Lesung mit Seif Arsalan


„Aus Syrien geflüchtet“ – Lesung mit Seif Arsalan in der Bibliothek im Bildungszentrum Unterweissach

25.09.2018: Seif Arsalan lebt seit drei Jahren in Deutschland, hat seit zweieinhalb Jahren die Möglichkeit, einen Deutschkurs zu besuchen, bereitet sich gerade auf sein Abitur vor und hat sein erstes Buch veröffentlicht: „Aus Syrien geflüchtet“ ist eine Autobiographie, in der der junge Autor beschreibt, wie er vor Jahren mit seinem Bruder und seiner Mutter über Nacht seine Heimat verlassen musste, mit dem Traum, hier in Deutschland ein sicheres Leben zu führen.

Am Dienstag, den 25. September, hatten Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen am Bize die Möglichkeit, an der Lesung mit Seif Arsalan selbst teilzunehmen, ihn anschließend persönlich kennen zu lernen und ihm Fragen zu stellen – Fragen zu einem Leben, das zum Teil völlig anders verlief als ihr eigenes. Mit Grauen in ihren Blicken folgten sie Arsalans Beschreibungen der Folterszenen in Syrien, wie Jugendlichen vom Geheimdienst die Fingernägel ausgerissen werden, um etwaige Regimegegner zu entlarven. Mit Spannung folgten sie seinen Schilderungen der Flucht mit dem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland und den Irrungen und Wirrungen auf deutschen Ämtern. Gemeinsam mit ihm lachten die Schülerinnen und Schüler über seine Anekdoten von sprachlichen Missverständnissen als er Deutsch lernte. Schließlich blieben noch eine Menge Fragen, die nach Antworten suchten: Was packt man in einen Koffer, wenn man sein ganzes Leben zurücklässt? Wie hält man Kontakt zur Familie? Warum erhielt Arsalan Asyl aber seine Mutter nur subsidiären Schutz? Arsalan gelang es, den täglich in den Nachrichten und Zeitungen aufflackernden Meldungen zum Krieg in Syrien ein Gesicht zu geben, ein lebendig-sympathisches eines jungen Mannes noch obendrein. Nicht umhin baten einige der Zuhörer*innen schließlich um Autogramme und Selfies, während sie sich mit dem Jungautor unterhielten. Die Bibliothek dankt dem Kreis-Jugend-Ring Rems-Murr, der mit seinem Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ die Lesung erst ermöglichte.